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Sonntag, 5. Februar 2012

 
 

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Der Regisseur und seine Meinung zum Stück

 

Daniel Nobs (* 1964) ist Schauspielprofi und verfügt über eine breite Ausbildung im Theater- sowie im Filmbereich. 1988 besuchte er die "Studio Mageni", eine Mimenschule in Paris. Von 1989 bis 92 absolvierte er die Dimitri Schule in Vercio TI und genoss anschliessend von 1992 bis 94 eine Ausbildung in Schauspiel / Stimme bei H. Köhler am Theater Basel.
Es folgten verschiedene Weiterbildungen in Theaterimprovisation (Züricch / San Francisco) und Stimme (Hannover). Nach seiner schauspielerischen Aus- und Weiterbildung erwarb Daniel Nobs auch ein Kursleiter Zertifikat.

Daniel Nobs trat als Schauspieler in bedeutenden Rollen an verschiedenen Theatern in der Schweiz und in Deutschland (Landesbühne Hannover) auf. Zudem war er verschiedentlich als Kursleiter von Improvisationskursen sowie als Regieassistent tätig.
Während längerer Zeit spielte er auch am "Theater an der Effingerstrasse"in Bern , so u.a in "Draussen vor der Tür"von Borchert, im "Sennentunschi"von Schneider, in Strindbergs "Fräulein Julie", in "Biedermann und die Brandstifter"von Max Frisch und vielen mehr. 2000 spielte er unter der Regie von Reto Lang bei der Freilichtbühne Schwarzenburg den Don Juan in "Dr Tüüfelspakt"(nach Goethe) bei der Klosterruine Rüeggisberg.

 

Der Regisseur zum Stück

Um es gleich auf den "wunden" Punkt zu bringen: Wie inszeniert man auf einer engen Altstadt-Kellerbühne, in deren Mitte ein massiver, heimatschutzverdächtiger Holzpfosten strotzt, ein Theaterstück, das in drei Räumen spielt und vom Rhythums her keine langen Umbauphasen zulässt?
Ein Therapeut würde vielleicht raten: Folge dem Lauf der Dinge, vertrau dem Prozess, er wird seine eigene Lösung kreieren.
Nun, der (Probe)prozess hat uns eine unvorhersehbare Lösung beschert, die Herausforderung und Spannung zugleich verspricht.

Kommen Sie, erfahren und spüren Sie selbst.

Aber hoppla, jetzt stecken wir auch sprachlich schon tief in diesem therapeutischen Fachchinesisch, das uns in der diesjährigen Produktion so herzerfrischend vorgeführt wird. Neben ein paar neuen Begriffen und Praktiken lernten wir während den Proben auch ein Sammelsurium therapiebedürftiger Zeitgenossen kennen. Für uns war es eine äusserst vergnügliche Sache den Figuren und ihren allzu menschlichen Verwirrungen auf die Schliche zu kommen und zu sehen, wie sie in den Praxisräumen von dem mit fast allen esoterischen Wassern gewaschenen Therapeutenpaar auf Teufel komm raus therapiert werden. Gelegentlich stellte sich schon mal die Frage, wer da eigentlich wen therapiert. Die Therapeuten die Klienten ?... Nein, doch eher die Klienten sich selber und die Figuren uns!... Ach was, die Schauspieler die Zuschauer... aber,...

Sie sehen, der Klärung bringende Therapiebedarf scheint enorm!

Das Stück "Trommeln über Mittag"von Patrick Frey und Katja Früh ist eine Satire auf die zum Teil groteske Therapiegläubigkeit und ihre befremdenden Auswüchse in unserer Zeit. Obwohl vor zehn Jahren uraufgeführt und therapeutisch vielleicht nicht mehr so ganz up-to-date - die eine oder andere modernste "Methode"könnte schmerzlich vermisst werden - , es hat nichts an Brisanz verloren.

Ich wünsche Ihnen einen hautnahen Theaterabend

Daniel Nobs

 
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