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Berner Zeitung
Freitag 14. November 2003, Freiburg

Christies Meisterkrimi

Brillant: Mit der «Mausefalle» von Agatha Christie inszeniert die Deutschfreiburgische Theatergruppe (DFTG) ein kriminalistisches Meisterwerk. Am Samstag ist Premiere im Kellerpoche Freiburg.

von Laura Fehlmann

Aus dem Radio dringt die Nachricht eines Mordes in die gemütliche Stube einer Pension in England. Die Gastgeber Mollie und Giles Ralston (Davina Siegenthaler und Michael Perler) merken nichts davon. Sie erwarten schon die ersten Gäste. Kaum sind sie da, wird eine von ihnen, Miss Boyle (Corina Schwarz), kaltblütig ermordet. Als Täter kommen alle Hausbewohner in Frage. Nur: Wer ist es?

Regisseur Pascal Gassmann versteht es, die steigende Spannung im Stück langsam aufzubauen. Langweilig wird es dabei nie, obwohl sich alle Szenen im gleichen Raum abspielen. «Ich empfinde es als grosse Ehre, ‹die Mausefalle› auf der Bühne umzusetzen. Das Stück ist das Meisterwerk einer grossen Autorin», sagt Gassmann. Es sei ihm bewusst, dass die Geschichte von Beginn bis zum Schluss höchste Konzentration verlange, weil sich die Handlung des Stücks vorwiegend in Gesprächen abspiele. Die Darsteller, ausschliesslich Laien, bewältigen ihre Aufgabe geradezu brillant, wie Profis.

Das Haus ist eingeschneit. Acht Personen sind von der Welt abgeschnitten, eine von ihnen ist tot. Alle Überlebenden sind verdächtig.

Mit englischem Humor

Um die ermordete Nervensäge Miss Boyle trauert niemand. Weder Gastgeber noch Gäste mochten sie. Der etwas skurrile Christopher Wren (Michael Glatthard) kommt dem Täterprofil sehr nahe. Sowohl er als auch Miss Casewell (Beatrice Lauper) zeigten ihre Abneigung gegen die ewig mäkelnde alte Jungfer ziemlich deutlich.

Und wer ist überhaupt Ms Paravicini (Simone Eugster), die unangemeldet aus dem Schneesturm in die Pension flüchtete? Der andere männliche Gast, Major Metcalf (Patrik Gruber), macht zwar einen aufrichtigen Eindruck, reiht sich aber ebenfalls in die Reihe der Verdächtigen ein. Sergeant Trotter (Thomas Vonlanthen) reist mit seinen Ski an, bietet der Gesellschaft Polizeischutz, nimmt jedoch alle in die Zange.

Die Dramaturgie von Meisterautorin Agatha Christie verläuft in einem harmonischen Spannungsbogen. Der Schluss kommt, wie immer bei Christie, unerwartet.

 

Klassiker zum Geburtstag

Zur Feier ihres 35-jährigen Bestehens führt die Deutschfreiburgische Theatergruppe (DFTG) mit der «Mausefalle» Agatha Christies wohl berühmtestes Stück auf. Die Kriminalautorin lebte von 1891 bis 1976. «Die Mausefalle» wurde 1952 in London erstmals aufgeführt und bis heute über 20000 Mal gespielt. Insgesamt haben etwa 10000 Menschen dieses Stück gesehen. Jetzt ist das Original erstmals in Freiburg zu sehen.
Die immer neu zusammengesetzte DFTG besteht ausschliesslich aus Laienschauspielern. Regie führt der Berner Schauspieler und Regisseur Pascal Gassmann. lfc

 
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Freiburger Nachrichten
Donnerstag 13. November 2003, Agglomeration

Eine Jubiläumsproduktion

«Die Mausefalle» der Deutschfreiburgischen Theatergruppe

35 Jahre und noch kein bisschen müde - um den hohen Geburtstag gebührend zu feiern, inszeniert die Deutschfreiburgische Theatergruppe DFTG Agatha Christies berühmte «Mausefalle». Premiere ist am Samstag.

Von CHRISTINE CARON-WICKLI

Acht bizarre Personen versammeln sich in einer Pension in Berkshire. Sie sind Gäste in einem kleinen Privathotel. Seine Besitzer, das junge Ehepaar Ralston, sorgen sich nach besten Kräften um das leibliche Wohl und den Komfort der Gäste. Das katastrophale Wetter erschwert den Aufenthalt. Ein Schneesturm tobt, das Telefon funktioniert nicht mehr, das Holz wird knapp und die Stimmung ist gereizt. Als sich zudem ein junger Polizist durch das Schneegestöber kämpft, um einen mysteriösen Mordfall aufzuklären, wird vollends Zwietracht und Verdacht bei allen Beteiligten gesät. Da sinkt auch schon die arme Ms. Boyle, von Mörderhand erwürgt, im dunklen Wohnzimmer zu Boden . . .

Nicht ganz einfache Inszenierung

So beginnt das Kriminalstück «Die Mausefalle», das die Deutschfreiburgische Theatergruppe DFTG in ihrem 35. Spieljahr aufführt. Schon früher einmal habe das Theaterensemble dieses anspruchsvolle Stück aufführen wollen, erklärt Marius Bächler von der DFTG. «Das Buch von Agatha Christie hat einige Zeit, aber immer griffbereit, in meinem Büchergestell gestanden. Dieses Jahr haben sich viele Spieler für eine Inszenierung gemeldet. Zudem war der Regisseur sofort von unserem Vorschlag begeistert», erläutert Bächler, der sich freut, dass die DFTG die «Mausefalle» als Jubiläumsstück auf die Bühne bringt.

In der DFTG spielen unter der Leitung eines professionellen Regisseurs ausschliesslich Laienschauspieler. Dieses Jahr sei der Anteil der Freiburger Spieler - darunter einige, die in der «Mausefalle» ihr Bühnendebut geben - besonders hoch. «Die DFTG will insbesondere bei jungen Menschen das Interesse am Theater wecken und fördern», sagt Bächler.

«Enorme Herausforderung»

Seit Mitte August wird unter der Leitung des Regisseurs und Schauspielers Pascal Gassmann intensiv geprobt. Für Gassmann ist es bereits das zweite Stück, das er mit der DFTG realisiert. Gassmann empfindet es als Ehre, ein so berühmtes Stück in Angriff zu nehmen und auf die Bühne zu bringen: «Die Inszenierung der «Mausefalle» ist für mich eine enorme Herausforderung.»

«Die Mausefalle» der britischen Erfolgsautorin Agatha Christie basiert auf dem Volkslied und der Kurzgeschichte «Three blind mice» (entspricht unseren zehn kleinen Negerlein), was sich auch als Leitmotiv durch die ganze Kriminalgeschichte zieht. Das Stück gilt als der Krimi mit der längsten Laufzeit der Theatergeschichte; es wird seit 1947 pausenlos auf den verschiedensten Bühnen gespielt und ist in 22 Sprachen übersetzt worden.

35 Jahre DFTG

Die Deutschfreiburgische Theatergruppe DFTG - ursprünglich Deutschfreiburgische Laienspielgruppe - besteht seit 1968. Die Namensänderung drängte sich 1973 auf, weil fortan Regie und Bühnenbild mit wenigen Ausnahmen Berufsleute übernahmen. Bis 1995 war die DFTG eine Wandertruppe, die im Raume Deutschfreiburg jährlich ein bis zwei Theaterstücke spielte. Seit 1996 finden die Aufführungen im Kellertheater Kellerpoche Freiburg statt. 1992 erhielt die DFTG den Kulturpreis des Staates Freiburg.
Von Anfang an bemühte sich die DFTG, literarisch wertvolle Texte, professionell inszeniert und mit der Begeisterungsfähigkeit von Laien gespielt, auf die Bühnen Deutschfreiburgs zu bringen. Dazu Marius Bächler: «Wir wollen Stücke spielen, die nicht überall gezeigt werden.» Gespielt werde ausschliesslich hochdeutsch, damit man auch dem französischsprachigen Publikum gerecht werde.

Anspruchsvolles Hobby

Die DFTG zählt heute rund 300 Pas- sivmitglieder und Gönner sowie etwa 20 Aktive. Das Ensemble ist einem starken personellen Wandel unterworfen. Einzige Bedingung für ein Mitmachen ist, dass die Schauspieler über ein einigermassen gutes Hochdeutsch verfügen.
Bereits ist die DFTG dabei, für die Saison 2004 ein neues Stück und einen geeigneten Regisseur auszusuchen. Marius Bächler: «Theaterspielen ist für viele von uns ein Hobby, das uns das ganze Jahr hindurch beansprucht.»

 
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Freiburger Nachrichten
Dienstag 18. November 2003, Agglomeration

Viele Gäste - Nur ein Täter

Jubiläumsproduktion «Die Mausefalle» der Deutschfreiburger Theatergruppe

Höchstspannung im Theater - das bietet die Deutschfreiburgische Theatergruppe DFTG im Kriminalstück «Die Mausefalle» von Agatha Christie. Am Samstag war Premiere.

Von CHRISTINE CARON-WICKLI

Etwas Spezielles sollte das Stück sein, das die Deutschfreiburgische Theatergruppe DFTG in ihrem 35. Spieljahr auf die Bühnen bringen wollte. Mit der Inszenierung des berühmten Werks «Die Mausefalle» der Kriminalautorin Agatha Christie hat das Ensemble eine anspruchsvolle Wahl getroffen. Doch die unter der Leitung des Profi-Regisseurs Pascal Gassmann agierenden Laienschauspieler schlagen sich gut, sehr gut sogar. Spannung vom ersten Moment an ist auf der Bühne im Theater Kellerpoche Freiburg angesagt. Und auch der trocken bis schwarze englische Humor fehlt nicht.

Ausgangspunkt: Frauenmord

In London wird eine Frau ermordet. Der Täter - «eine durchschnittliche Person mit dunklem Mantel, hellem Schal und weichem Filzhut» - ist flüchtig. Die Polizei hat die Fahndung aufgenommen. Diese Begebenheiten verkündet das Radio zu Beginn des Stücks. Am gleichen Tag eröffnen Mollie und Giles Ralston ihre kleine Pension «Monkswell Manor». Das junge Paar erwartet seine ersten Gäste, die bei starkem Schneefall nach und nach eintreffen. Davina Siegenthaler fühlt sich in der Rolle der optimistischen Mollie sichtlich wohl. Sie gibt sich grosse Mühe, die Bedenken ihres Mannes Giles (gespielt von Michael Perler), dem die Gästeschar schnell über den Kopf zu wachsen droht, auszuräumen und es allen recht zu machen.

Bilder, elegant bis überdreht

Die Gäste könnten unterschiedlicher nicht sein: Zuerst erscheint der Rotschopf Christopher Wren, der sich als Architekt ausgibt. Michael Glatthard überzeugt in seiner Rolle als überdreht bis schizophrenem Künstlertypen. Wren hängt sich sofort an die Rockzipfel von Mollie Ralston, was Giles Ralston gar nicht gefällt. Der zweite Gast ist Miss Boyle. Corina Schwarz stellt die biedere, meckernde Schreckschraube Boyle glaubwürdig dar. Niemand mag sie, alle meiden sie. Major Metcalf heisst ein weiterer Gast. Patrik Gruber spielt mit Herzblut den korrekten älteren Herrn mit den gepflegten Umgangsformen und den vielen Lebensweisheiten.

Weitere Pensionäre sind Beatrice Lauper als Miss Casewell und Ms. Paravicini, gespielt von Simone Eugster. Die wie ein Mann gekleidete Miss Casewell gibt sich zugeknöpft. Die wortgewandte Miss Paravicini mit dem hysterischen Lachen, dem Pelzmantel und dem Rolls-Royce ist «der unangemeldete Gast aus dem Nichts». Sie scheint als Einzige, die gereizte Stimmung in der Pension zu geniessen.
Nach dem Eintreffen des letzten Gastes hängen drei dunkle Mäntel, drei helle Schals und drei weiche Filzhüte in der Garderobe von Monkswell Manor ...
Der Schneesturm tobt immer heftiger, das Telefon funktioniert nicht mehr und das Holz wird allmählich knapp. Da erscheint der Polizeibeamte Sergeant Trotter - in Trotters Rolle schlüpft Thomas Vonlanthen -, um den mysteriösen Mord in London aufzuklären. Seine unsanfte Arbeitsweise bringt vollends Zwietracht und Verdacht unter alle Beteiligten.
Die Menschen in Monkswell Manor geraten in Angst und Schrecken, als einer der Gäste nachts ermordet wird. Jetzt verdächtigen sich alle gegenseitig. Gibt es ein nächstes Opfer? Wer wird es sein? Der Täter, welcher Mollies Pension in seinem Notizbuch stehen hat, ist unter den Gästen. An eine Flucht ist nicht zu denken, denn der dichte Schnee macht ein Entkommen unmöglich. Sie sitzen wie in einer Mausefalle.

Spannung bis zum Schluss

Agatha Christies «Mausefalle» gilt als Krimi-Klassiker mit der längsten Laufzeit der Theatergeschichte. Die Idee zu ihrem Stück fand Christie im Kinderlied «Drei blinde Mäuse»: Drei Kinder, die nach dem Krieg elternlos dastehen, werden vom Sozialamt einem Farmer-Ehepaar anvertraut, das sie misshandelt. Einige Jahre später erweiterte Agatha Christie das 30 Minuten lange Stück zu einer abendfüllenden Vorstellung und gab ihm den Titel «Die Mausefalle».

Das Werk weist kunstvoll zusammengefügte Bausteine und einen bis zum Schluss hin reichenden Spannungsbogen auf. Wer wars? Immer wieder wird das Publikum in die Irre geführt, denn mehrere Personen besitzen ein Tatmotiv. Eine Spur ist gelegt, alles Weitere wird anlässlich der Aufführungen der DFTG im Kellerpoche in Freiburg gelüftet.

 
 
 
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